Monatszitate

Die Monatszitate 2022 ...

... sind Werken folgender Mitglieder unseres Vereins entnommen:

Dr. Uwe Bernhard / Prof. Dr. Rüdiger Bernhardt / Ekkehard Glaß / Birgit Klemm / Dr. Siegfried Martin
Volker Müller / Dr. Jörg M. Pönnighaus / Dr.-Ing. Siegfried Schaller / Prof. Dr. Siegfried Schönherr / Petra Spieler
Dr. Frieder Spitzner / Petra Steps / Doris Wildgrube (alphabetische Aufzählung).

Kontakte zu den Autoren vermitteln wir auf Anfrage per E-Mail unter unserer Adresse info.literatur@gmx.de.


Den jeweils zu Monatsanfang hinzuzufügenden Textstellen sei vorangestellt ein Auszug aus »Wiedergutmachung« von Elfriede Wagner/Voigt,
in: »Was uns zu Menschen macht«. S.127):

»Man kann Verbrechen nicht rückgängig machen, man kann Tote nicht mehr leben sehen, man kann Zerstörtes nur schwer in alter Schönheit wieder aufbauen ...

Eins aber bleibt mir, bleibt allen Deutschen meiner Generation. Wir müssen es besser machen und dafür sorgen, dass es die Menschen nach uns besser machen.«




AKTUELLES ZITAT :

 

 

 

 

    N O V E M B E R

 

  »Das Arbeitsmaterial konfrontiert uns mit Fleiß, mit Hilflosigkeit und zwischenmenschlicher Verhärtung, mit juristischen Finessen und Hinterlist. Nicht für alles, was sich abspielte in der Pfarrersfamilie, in Schöneck und in Dresden, kann Verständnis aufgebracht werden. Doch wäre es vermessen, sich über die Schwächen und Verfehlungen dieser Menschen zu erheben. /S. 10/
Kein fertiges Gebäude ist errichtet, kein Werk, das alle Vorgänge und Erklärungen zum Kindsmord in Schöneck enthält. Fakten und Dokumente, gesichtet und geordnet, legen ein Fundament. Aktenkundige Ereignisse und begründete Annahmen sind als Material bereitgestellt. Möge zum Geschehen weiter geforscht, das Material bearbeitet und ergänzt, am Gebäude weiter gebaut werden. /S. 154/.«


 

     

Monat

 

Zitat

 

Weiteres

   J A N U A R

 

»Es ("Silberblick" von Bernd Schirmer, FS) ist ein Buch über die DDR als ein Land, in dem es Wünsche gab, die schwer erfüllt werden konnten, Ideale, denen man nachstrebte, und in dem auch unterschiedliche Lebensanschauungen nebeneinander bestanden, manchmal im Widerstreit, manchmal in Übereinstimmung ...
Es ist auch ein Buch über deutsche Traditionen, Sitten und Verhalten ... Es ist ein Roman, in dem deutsche Traditionen ausgelebt und kritisch reflektiert werden.«



 

     

   F E B R U A R

 

»Wir haben allerhand gewusst und trotzdem viel geglaubt, um unsere Überlegenheitsthesen in die Welt zu setzen. (Militärakademie Friedrich Engels Dresden, FS) Das belastet - bis heute - mein Gewissen als Hochschullehrer. /S. 75/ Ich erlebte zufriedene Tage in diesen 1960er Jahren, mein Leben war getaktet, zumal auch mein privates Umfeld stimmte. Durch große Anstrengungen war es uns schon 1961 gelungen umzuziehen. ... 1965 wurde mein Sohn Andreas geboren und bereicherte unser Familienleben. Wir verbrachten glückliche Jahre. /S. 78/«



 

     

   M Ä R Z

 

»Früher ... Da herrschte noch Ordnung auf der Welt. Da haben Schriftsteller Bücher geschrieben, Intendanten haben sich um ihr Theater gekümmert und Bierkutscher meinetwegen haben ihr Bier gekutscht.
Jeder hat gemacht, was er gelernt hat. /S. 97/
Neue Wege braucht das Land! Soll ich Ihnen mal was sagen: Ich kenne Theater, die haben überhaupt kein Personal mehr, ja glauben Sie`s nur - und gespielt wird trotzdem. /S. 106 f./ ...
Das ist die neue Zeit, überall ein Riesenbrimborium um nichts, ich sage sogar, je größer das Nichts, desto größer das Brimborium. /S. 207/ ...«



 

     

   A P R I L

 

»Das ist das Aus, murmelte er tonlos und hielt dem Sohn den Brief hin. Wer auf Rechtsbehelf gegenüber dem Bescheid des ARIB verzichtete, konnte bis zum 11.09.2024 mit der Ostlandkohle einen Vertrag abschließen ... /S. 92/
Einer von uns wird in dieser Uniform eine amtliche Kontrolle des Baggers ´Wolfsdonner´ vortäuschen, eine Sprengladung an dessen Führerstand platzieren und diesen damit außer Gefecht setzen. /S. 115/
Noch vier Stunden übten die drei, diskutierten, planten und verwarfen Details. Es dämmerte bereits, als sich jeder auf den Heimweg machte. Boxer zufrieden und in froher Erwartung seiner "revolutionären Aktion", Sense mit fatalistischer Gleichgültigkeit und Udo immer noch voller Selbstzweifel an der Richtigkeit ihres Vorhabens. /S. 132/«



 

     

   M A I

 

»Es war einmal ein Mann, der in seinem Dorf einen Brunnen baute und alle freuten sich, denn der Fluss war weit. Bis eines Nachts ein Betrunkener in den Brunnen fiel und sich den Hals brach, da schimpften alle auf den neuen Brunnen.«



 

     

   J U N I

 

»Wissen Sie: Sie sollten etwas besser auf Ihren Jungen aufpassen, was der so macht ... /S. 93/ Was Sie nur haben; Wasser macht keine Flecken, und außerdem ist es heute schön sonnig und warm. - Übrigens, Sie müssen wissen: ich erziehe mein Kind antiautoritär und ohne Zwänge. /S. 94/ ...
Langsam hob er sein Bierglas über den Kopf der Mutter des Jungen und neigte es Stück um Stück, bis sich der Rest seines verdünnten Getränks allmählich über den Kopf der Mutter ergoss. ... Das leere Glas stellte Martin auf dem Tisch ab ... und er kehrte noch einmal zu der triefenden Frau zurück: Ach übrigens: Ich bin früher antiautoritär erzogen worden. /S. 95 f./«



 

     

   J U L I

 

Zitat 1: »Die ersten Vögte saßen vor 800 Jahren auf der Osterburg in Weida. Aus den einstigen Königsbediensteten wurden später eigenständige adelige Herren, die über Gebiete um Gera, Greiz und Plauen ... herrschten. /S. 8 f./ ...
macht doch einfach mit Euren Eltern oder Großeltern ein paar Ausflüge in unser "Sagenhaftes Vogtland"; erkundet alte Burgen und Schlösser, schaut Euch an, wo einst verborgene Schätze gelegen haben sollen, sucht schaurige Orte auf, wo man sich erzählt, dass es spukt, oder lasst den Zauber mystischer Plätze auf Euch wirken. /S. 60/«



Zitat 2: »Fröstelnd und verängstigt zog der Junge seine Jacke über der Brust zusammen, als er bemerkte, dass er in dem Teil des Waldes war, den die Leute den "Teufelsgrund" nennen. Die Bewohner von Waldhüttental erzählen, dass der Teufel persönlich hier wohnen würde, denn jedes Jahr im Frühling blitzte und donnerte es über den Gipfeln der hohen Tannen. Danach roch es immer schauderhaft nach Schwefel.«

 

     


     

   A U G U S T

 

»Mit dem Theaterstück "Der Fluch der Forellenkönigin" wird das Areal eingeweiht. Ich habe uns unter die Gäste für den Empfang im Vorfeld eingeschleust. /S. 86/
"Na, wie war es?", fragte der Kellner im Hotelrestaurant ...
"Naja, kurz vor dem Ende rückten Notarzt und Polizei mit Blaulicht und Martinshorn an. Und das Opfer der Forellenkönigin zuckte tatsächlich nicht mehr. ..." /S. 98/
"Also doch. Ich dachte mir, dass da etwas passiert." Adina blickte erstaunt zum Kellner auf. - "Der Regisseur schläft bei uns, und ich habe da so ein paar Beobachtungen gemacht.« /S. 99/



 

     

    S E P T E M B E R

 

»Das Wort "Bumerang" ... verweist wie das häufig geschossene "Eigentor" auf eine selbst verschuldete missliche Situation. Kann mit Mitteln der Muttersprache wie einst mit dem Bumerang ein Ziel anvisiert und nachweisbar Schlagkraft erzeugt werden? Können Gedanken, von Wortflügeln getragen, Wirkung verfehlen, an falscher Stelle Schaden hervorrufen - dem flugfähigen Bumerang gleich? Kehrt das wirkungslose Wort zurück? Nein, was der Sprachquelle entronnen ist, befindet sich auf einem unkontrollierbaren Weg.«

 

     

    O K T O B E R

 

»Neben vielen schönen Fest- und Feiertagen war in Marieney für uns Kinder die "Kerbe", die Kirmes, das Fest der Kirchweihe, ein Höhepunkt des Jahres. Seit einem halben Jahrhundert hatten sie eine schöne neue rote Backsteinkirche, die an einem Oktobersonntag geweiht worden war. Aber dieser späte Termin gefiel von Anfang an nicht. Zu dieser Jahreszeit ist es in den Höhen von fünf- bis sechshundert Metern im Vogtland schon recht unwirtlich und nicht geeignet, um auch im Freien zu feiern und zu tanzen. Man einigte sich darauf, dieses Fest nach der Weihe der alten Kirche im Juni beizubehalten. ...
Selbst Julius Mosen schrieb in seinen Erinnerungen über dieses schönste Dorffest in seiner Kindheit.«

 

     





Monatszitate 2021 - Aus dem Leben Julius Mosens

Die Gesamtheit der Zitate dieses Jahres steht im Zusammenhang und ergibt ein biografisches Gesamtbild.
Sie sind entnommen den Wiesbadener Volksbüchern Nr. 30 und Nr. 55 (Verlag des Volksbildungsvereins zu Wiesbaden, 1919) und vermitteln Eindrücke von Julius Mosen und seinem Dichterleben, beginnend 1803 im Geburtsort Marieney (Januar) und endend mit Worten aus den »Erinnerungen« des 1867 in Oldenburg verstorbenen Vogtländers (Dezember).




   J A N U A R

 

»Hier im Vogtland, nicht weit abseits von der Landstraße, die von Plauen nach Adorf geht, am Rande eines schönen, dichten Waldes, umgrenzt von baumgeschmückten Höhen, liegt lang hingestreckt das Dorf Marieney mit seinem Herrenschloss, seinem schimmernden Kirchlein und seinem Schulhaus. In diesem damals alten Gebäude wurde am 8. Juli 1803 Mosen geboren als das erste Kind seiner Eltern, die schon drei Jahre verheiratet waren und den jungen Erdenbürger mit vieler Freude begrüßten.«

(»Wiesbadener Volksbuch Nr. 55« , S. 7)

 

   F E B R U A R

 

»Aber noch einer anderen Gestalt, die Mosens Kinderjahren Glanz und Licht verlieh, sei hier gedacht, des jungen Edelfräuleins auf dem Schloß zu Marieney ... Dieses holdselige Mädchen, das kaum erwachsen die Patenschaft übernommen hatte, ... trat einstmals an einem Spätmittag in das niedere Wohnzimmer des Schulhauses und spielte und sang vor dem Patenkinde, das vielleicht fünf Jahre zählen mochte, Goethes Verse:
Ein Veilchen auf der Wiese stand / gebückt in sich und unbekannt, / es war ein herziges Veilchen.
Zum erstenmale leuchtete so Goethes Dichtergenius in das Leben des Knaben in dem einsamen Walddorf.«

(Nr. 55, S. 13)

 

   M Ä R Z

 

»Der fünfjährige Aufenthalt in der Kreisstadt Plauen mag als ein Nachklingen der frohen Kindertage gelten, die also abgeschlossen wurden; wie in Marieney umgab den Knaben eine liebliche Landschaft: nur großartiger und viel reicher an Monumenten historischer Erinnerung.«

(Nr. 55, S. 15)

 

   A P R I L

 

»... vor seinem geistigen Auge taucht die Gestalt des Vaters auf, des edlen, hochsinnigen Mannes, der ihm entrissen wurde, noch bevor Goethe selbst dem jugendlichen Dichter-Studenten den Lorbeerkranz aufs Haupt drückte.«

(Nr. 55, S. 17)

 

   M A I

 

»Aber allzulange hat der Kleinmut, für den es keine Zukunft mehr gibt, über den Jüngling mit dem freien Antlitz, auf welchem die freudigste Gesundheit des Leibes und des Geistes aufleuchtete, jedenfalls keine Macht gehabt. Im Jahre 1831 lässt er seinen ´Georg Venlot´, eine Novelle, deren Arabesken sich gar zierlich und kraus um seine eigenen Erlebnisse und Gedanken schlingen, herauskommen.«

(Nr. 55, S. 16)

 

   J U N I

 

»Wer sich in die Lektüre der Novellen vertieft, die unter dem Titel ´Bilder im Moose´, ein wenig nach Art der Erzählungen des Dekameron, aneinander gereiht sind, dem wird bald der hohe Genuß beschieden, überall durch den Schleier der Dichtung die vaterländischen, menschlichen und künstlerischen Ideale des Dichters selber zu erkennen.«

(Nr. 30, S. 3)

 

   J U L I

 

»Er, der in seinem ´Andreas Hofer´, in seinem ´Trompeter an der Katzbach´, ja selbst in seinem Polenlied ´Die letzten Zehn vom vierten Regiment´ seiner Vaterlands- und Freiheitsliebe so kräftigen, volkstümlichen Ausdruck zu geben wußte, verwebt in die novellistischen Gemälde seiner Zeit, in das ´Rokokomoos ihrer gesellschaftlichen Zustände´ diese selbe Vaterlandsliebe gleich schimmernden Tränen, die uns ihr Feuer und ihre verhaltene Glut nur scheu entgegenzufunkeln wagen.«

(Nr. 30, S. 4)

 

   A U G U S T

 

In den Gedichten Julius Mosens begegnet uns eines mit der Überschrift: DENKSPRUCH; eben dieses hat der Dichter späterhin zu seinem Wahlspruch erkoren ... :
Der Dichter wurzle tief in seinem Volke
Und steig` empor frisch wie ein Tannenbaum,
Mag dann er brausen mit der Wetterwolke
Und auch sich wiegen in des Lenzes Traum
Denn mit dem Weltgeist eins in jeder Regung
Fühl er des Daseins leiseste Bewegung!«

(Nr. 30, S. 3 f.)

 

   S E P T E M B E R

 

»In aller Heimlichkeit hatten die Freunde und Verehrer des edlen Dulders, den ein schweres, stetig fortschreitendes Leiden seit langen Jahren an Sessel und Bett gefesselt hatten, den Plan betrieben, eine ... Gesamtausgabe zu veranstalten; ...
Alle stimmten freudig zu, und so konnte Julius Mosen, der gar nichts davon ahnte, am Weihnachtsabend 1862 die frohe Botschaft übermittelt werden, daß schon 3000 mal auf die zu erhoffende Ausgabe seiner gesammelten Werke subskribiert worden sei.«

(Nr. 55, S. 3)

 

   O K T O B E R

 

»Dann hat Mosen selbst, der seit Herbst 1844 an der Hofbühne in Oldenburg als Dramaturg wirkte ... die Beschäftigung mit der Heimat wieder aufgenommen und damit begonnen ´Erinnerungen´ niederzuschreiben ... Erinnerungen an das vogtländische Hügelland an der Abdachung des sächsischen Erzgebirges mit seinen Waldeinsamkeiten ...«

(Nr. 55, S. 3)

 

   N O V E M B E R

 

»Die Menschen, welche in Berggegenden und an den Quellen der Flüsse wohnen, hegen in sich einen wunderbaren Widerspruch, daheim plagt sie die Wanderlust und in der Ferne das Heimweh. ...
Die Vogtländer halten es aber nach ihrer Art, sie sind die sächsischen Tiroler, nur genügsamer, nur regsamer, nur hartnäckiger in Verfolgung ihres Zieles, doch ebenso bieder, wenn auch derber. Gemischt aus deutschem und slavischem Blute, haben sie das Gute von beiden Arten, wie aus der Kreuzung verschiedener Völker immer ein drittes und vorzüglicheres Geschlecht entsteht ...«

(Nr. 30, S. 9)

 

   D E Z E M B E R

 

» ... von wechselnder Schwermut umhüllt, welche ja mit langjährigem Siechtum unzertrennlich ist ..., sucht weithinaus mein erquickungsdurstiges Auge eine grüne, sonnige Stelle und findet sie auch in der Erinnerung an meine Jugendtage und die erlendurchzogenen Täler meiner Heimat,´ so beginnen diese Erinnerungen, die zu vollenden dem Dichter versagt war.«

(Nr. 55, S. 6)

 




Monatszitate 2020 - Erinnerung an die Schrecken des Krieges
aus Sorge um den Frieden -
75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges

   J A N U A R

      Buch EBurkhardt

 

(Quelle: Erich Burkhardt: »Mein Leben unter Diktatoren - Erinnerungen an Jugend, Krieg, Gefangenschaft und das Leben in der DDR« (Monika Watermann Verlag, Weilheim an der Teck 2005, S. 102, 105 f.)

»Nach Weihnachten nahm der Beschuss wieder an Intensität zu. ... Als der Großangriff am 10. Januar 1943 begann, war der Kessel (Stalingrad, FS) schon so klein, dass russische Geschütze von einer Seite zur anderen durchschießen konnten. ... Aus tausenden Geschützen und Stalinorgeln wurde aus allen Richtungen auf uns geschossen. Die Luft dröhnte und der Boden vibrierte. Ein ungeheuerer Munitionshagel prasselte auf Stalingrad nieder und zerfetzte Menschen, vernichtete Unterstände, Waffen und Fahrzeuge. Das Donnern der Geschütze, das Heulen der Stalinorgeln und das Tackern der Maschinengewehre vermischten sich mit den Schreien der Verletzten und Wahnsinnigen. ... Tausende Kameraden starben in diesem Inferno und unzählige wurden verwundet. Das war kein heroisches Sterben für Führer, Volk und Vaterland. Sie sind elendiglich krepiert. Wer verwundet wurde, blieb einfach liegen. Keiner konnte sich mehr um die Verwundeten kümmern. Sie schrien so lange, bis sie verblutet waren.

   F E B R U A R

      Buch BKlemm

 

(Quelle: Birgit Klemm: »Tagebuchaufzeichnungen meines Vaters 1941 bis 1945«, Books on Demand Norderstedt 2019, S. 22)

»Am 30. Januar 1943 Aufgabe von Stalingrad. Eine deutsche Armee zerschlagen. Bis in den Dezember 1943 hinein sind die Russen im Vorgehen. Im November Kiew aufgegeben, Kämpfe am Dnepr. - Seit Juli 1943 verstärkter Bombenterror der Engländer und Amerikaner. Stadtteile werden verwüstet, besonders Hamburg, Köln, Wuppertal Hannover, Diusburg, Düsseldorf, Kassel usw. ... So hat uns das Jahr 1943 harte Rückschläge gebrachr: Stalingrad, Nordafrika, verstärkter Bombenterror, Landung auf Sizilien und Italien,Russen erobern Ukraine, dringen bis über den Dnepr hinaus vor.«

   M Ä R Z

      Buch KHEngelhardt

 

(Quelle: Karlheinz Engelhardt - »Licht und Schatten des Vergangenen - Eine Kindheit und Jugend in Plauen (1930 - 1946)«, Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz 2006, S. 91 f.)

»Am 19. März 1945 zwischen 14.08 Uhr und 14.34 Uhr fand der siebente Angriff (auf Plauen, FS) statt. ... 14.08 Uhr fielen die ersten Bomben. Alle duckten und krümmten sich, um sich kleiner zu machen. Die Bomben surrten herunter, schlugen ein, detonierten. ...
Sie fühlten sich wehrlos, konnten aber nicht fliehen, um dem Erschlagenwerden zu entrinnen. Draußen war die Gefahr noch größer. ... Benommen und halb betäubt, stieg er über Trümmer der Dittesstraße, er konnte es noch nicht fassen, am Leben geblieben zu sein. Häuser waren eingestürzt. In der Moritzstraße, die einem aufgewühlten Acker glich, umging er einen Bombenkrater. Unter den zusammengebrochenen Häusern mussten Tote liegen, was sich bald bestätigte. Allein in der Moritzstraße 82 ...«

   A P R I L



      Buch JPönnighaus

 

(Quelle: Jörg M. Pönnighaus: »1945 oder Vögel singen auch in Ruinen - Geschichten von kleinen Leuten zu Kriegsende«, concepcion Seidel, Hammerbrücke 2017, S. 98 f.)

»Das schöne Plauen! Wie sieht es aus! Unser Häusel steht noch, aber wir haben uns dünne gemacht aus der Stadt. Es ist katastrophal: kein Licht, kein Gas und das schon lange nicht! Und Wasser in den betroffenen Vierteln nur in einzelnen Häusern oder an Hydranten oder durch Wasserwagen. Gab es Fliegeralarm, dann läuteten die Glocken! Die Sirenen konnten ja nicht heulen, weil ein Teil kaputt ist und dann eben kein Strom mehr da ist. Es war furchtbar! ... Immer wieder flogen die Maschinen und immer wieder krachten die Bomben ... Abwurf auf Abwurf erfolgte ... Der ganze Felsberg dröhnte und schütterte. Auch den Luftdruck spürten wir in den Ohren ... Unsere Wohnung! Wie sah es aus, nicht zum Wiedererkennen. Glas, Scherben, Ruß, Steine, Rasenbatzen im Durchmesser von über ½ m. Die Fensterrahmen zerfetzt, die Türen aus den Angeln gerissen. Die Gardinen aus dem Schlafzimmer heruntergerissen und in Lores Zimmer geschleudert.«

   M A I



      Buch GFehlhauer

 

(Gero Fehlhauer: »Reichenbach i.V. - 1933-1945«, Eigenverlag G. Fehlhauer, Reichenbach 2015, S. 102)

»Das harte Schicksal der Nachbarstädte Plauen, Zwickau, Chemnitz und Dresden war allgegenwärtig ... Doch an diesem Tage sollte das Glück den Reichenbachern nicht hold sein. ... Kurz nach 10 Uhr entledigten sich die »fliegenden Festungen« der US-Air Force ihrer Bombenlast, bestehend aus 10-Zentner-Bomben, auf das Reichenbacher Stadtgebiet. Nach gut 60 Sekunden war der Spuk vorüber. 163 Menschen kostete dieser Angriff ihr Leben, wobei die letzten Toten erst im Mai gefunden wurden. 74 Häuser lagen in Trümmern und weitere 300 waren mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen.«

   J U N I

      Buch SSchönherr

 

(Siegfried Schönherr/Guntram Unger: »Die Lazarettstadt Bad Elster - Kriegsvorbereitung Krieg und Kriegsende«, Eigenverlag Siegfried Schönherr, Dresden 2014, S. 113 f.)

»Schon im Winter 1944/45 nahmen die Flüchtlingstrecks auf der Staatsstraße 92 ... aus dem Balkan über die Tschechei ins Reichsinnere dramatisch zu, fast Tag und Nacht, mit Pferdefuhrwerken, Leiterwagen, wenigen Kraftfahrzeugen. ...
Am 21.3.1945 wurde auch in der Elsteraner Schule ein Lager für 170 Personen, darunter 90 Kinder, eingerichtet. Zu dieser Zeit hielten sich aber bereits mindestens 2000 Flüchtlinge in der Lazarettstadt auf. ... Aber nicht nur Bombengeschädigte und Flüchtlinge strömten in die Lazarettstadt. Auch hohe Amtsträger, Parteifunktionäre, Wirtschaftsbosse und Wehrmachtsoffiziere nutzen Rang und Namen aus, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen.«

   J U L I

      

 

(Werner Hernla: »OELSNITZ (VOGTLAND) AM ENDE DES KRIEGES 1945 - FÜNFZEHNJÄHRIGE ALS -VERTEIDIGER- DER STADT«, Voigtsberger Museumsreihe Band 6, Oelsnitz 2005, S. 108)

»Am 16. April 1945 gegen 16.00 Uhr zogen Einheiten des 347. US-Inf. Reg. von Taltitz und Untermarxgrün kommend in Oelsnitz ein. Bis auf einen ... in Brand geschossenen Wehrmachts-LKW blieb es fast ruhig. Überall wehten weiße Fahnen. Die Gefahr von Gefechten blieb, im Randgebiet der Stadt wurde noch geschossen ...
Diese Frontlinie musste ab dem 17. April weiterhin gesichert und an einigen Stellen überhaupt erst erkämpft werden, um die Stadt in ihrer engeren Umgebung von den nur zäh zurückweichenden deutschen Truppenteilen zu säubern ...
Brandgeschosse der Amerikaner setzten Scheunen und das Sägewerk Weller am 17.4. in Flammen, Granaten beschädigten etliche Häuser im Oberdorf von Lauterbach schwer.«

   A U G U S T

      

 

(Siegfried Schaller: »Meine Kindheit im Vogtland Die glücklichen Jahre in Marieney und die Zerstörung von Raasdorf im April 1945«,
Auszüge aus »Alles im Leben hat seinen Preis«
Nora Verlag, Berlin 2011, S. 20 f.)

»Dann hörten wir Feuerstöße aus Maschinenpistolen und es war danach gespenstig ruhig. ... Auf der Straße lagen zwei tote Amerikaner in ihrem Blute. Was ich bis dahin nur in Kriegsfilmen gesehen und Friedhold während seiner Einsätze bei der Bombardierung Plauens erlebt hatte, das war zu guter Letzt noch über unser Dorf gekommen. ... Das ganze Dorf (Raasdorf, FS) wird als Vergeltungsmaßnahme in Brand gesteckt. ... Einige Wenige hatten sich in die Büsche geschlagen und waren so in der Lage, nach Abzug des Kommandos wenigstens ihr Vieh aus den brennenden Ställen zu befreien und teilweise das Feuer zu löschen. In dem chaotischen Durcheinander des brennenden Dorfes, der schreienden Bewohner und den Brandschatzungen der Soldaten konnte Martin ihnen gegen Ende der Aktion entkommen.«

   S E P T E M B E R

       Buch SWalther

 

(Siegfried & Paul Walther: »Leben in dunklen Zeiten 1930-1949«, Verlag Wissenschaftliche Scripten, Auerbach 2012, S. 81, 83)

»Wir alle, die Kinder und die Erwachsenen, die wir vom NS-System zu "Herrenmenschen" gestempelt wurden, saßen nun wie Ratten in den Kellern (Rodewisch, FS). Angstvoll zogen wir dort die Köpfe ein, wenn heulend und zischend wieder eine Granate nahte und ganz in der Nähe einschlug. Das geschah mehrfach nur wenige Meter von uns entfernt. ...
Wir hungerten kolossal! Es gab noch 2 Pfund (1 kg) Brot je Person und Woche. Sonst war absolut nichts Essbares mehr zu beziehen! Kartoffeln gab es auch keine mehr, es war ja Mai! Weder an Butter noch Aufstrich oder gar Wurst oder Fleisch war zu denken. ... Das Wenige, das uns allen zuteil wurde, reichte wirklich nur noch zum Verhungern!«

   O K T O B E R

      

 

(Kerstin Miersch: »Mein lieber Freund Louis ...«, Engelsdorfer Verlag, Leipzig o.J., S. 44 f.)

»Der Krieg hielt das kleine Dorf (Tannenbergsthal, FS) im Vogtland mit Hunger und der Angst vor den täglichen Todesmeldungen von der Front fest umklammert. ... "Mohntorte" aus Gerstenkaffeesatz, Sauerampfersuppe, Steckrübeneintopf, falsche Leberwurst und andere Köstlichkeiten standen nun bei Meinels auf dem Speiseplan. ...
Was aber waren die Widrigkeiten des Alltags gegen das Leid, das der Krieg, dieses unersättliche Ungetüm, über die Familie brachte? Einer von Ellas Brüdern fiel in den letzten Kriegstagen, der andere blieb bei Stalingrad vermisst. Wer mag beschreiben, was ein Junge wie Achim fühlte, der, aus der Schule nach Hause kommend, schon ein ganzes Stück vor dem Gartentor die Mutter im Haus weinen hörte?«

   N O V E M B E R

      

 

(Alfred Götz: »Gschichten, döi es Lem` gschriebn hout«, Hg.: Heimat- und Geschichtsverein e.V., Erlbach 2012, S. 12)

»Vor Weihnachten 1944 wurde meine Einheit nach Schlesien zur Errichtung von Panzersperren abkommandiert. Anfang des neuen Jahres ging es an die Front, die bereits an der polnischen Grenze verlief. Von dort aus erlebte ich die Flucht vor Rotarmisten. Das Schlimmste, was ich dort erlebte, war die hastige Flucht von Frauen, Müttern mit Kindern in Kinderwagen oder Handwagen, die eilig ins Ungewisse rannten. Bauern flüchteten mit den notwendigsten Sachen zum Überleben auf überladenen Pferde- oder Ochsengespannen. Sie wurden von der SS oder der Feldpolizei gezwungen, die Heimat zu verlassen. Sie hofften, so bald wie möglich zurückkehren zu dürfen. Es wurde eine Flucht ins Ungewisse und ohne Wiederkehr.«

   D E Z E M B E R

       Buch UVölkel

 

(Ulrich Völkel: »Das ferne Grab«, Eckhaus Verlag, Weimar 2014, S. 12)

»Und ich will, dass die, die dieses Buch lesen, mit mir eins sind, alle Kräfte gegen Krieg und Kriegsgeschrei zu sammeln, um ein freies und glückliches Leben führen zu können - hier wie anderswo, dass wir nicht am Hindukusch und nicht die von dort am Brandenburger Tor die Freiheit verteidigen müssen, sondern jeder dort, wo er zuhause ist.
Ich will nicht, dass irgendwer in der Welt solche Briefe lesen muss wie die, die sich meine Eltern geschrieben haben. Frieden ist die Gesundheit der Welt. Noch kränkelt die Menschheit sehr.«




Monatszitate 2019
(Thema: »Verschiedenes zum Erinnern und Nachdenken«)

Dezember 2019

1885 hatte der Verleger August Schwartz seine gerade erschienene Julius Mosen-Biografie (in der ADB) an Theodor Fontane geschickt. Es war die erste Biografie über den vogtländischen Dichter. Dieser bedankte sich und fügte an: »Für Julius Mosen hatte ich von Jugend auf ein Interesse, was sich bei Lesung Ihrer kl.(einen) Arbeit noch gesteigert hat.«

November 2019

Theodor Storm, der selbst Märchen geschrieben hat (Regentrude u.a.), wies Theodor Fontane nachdrücklich auf Mosens "Waldmärchen" (Arnold und Vrenli) aus dem Roman Der Kongress von Verona hin. Storm wusste kaum bemerkenswerte Kunstmärchen in der deutschen Literatur "aus dem letzten Vierteljahrhundert" zu nennen, nur das Märchen Friedrich Gerstäckers und eben das Märchen Mosens. Storm empfahl das "köstliche" Märchen auch 1875 Paul Heyse für den von ihm geplanten Hausschatz deutscher Novellistik.

Oktober 2019

Keiner der Kriege oder kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts hat, wie er selbst mitteilt, von Theodor Fontanes 'Phantasie je wieder so Besitz genommen wie diese Polenkämpfe (von 1830), und die Gedichte, die an jene Zeit anknüpfen (obenan die von Lenau und Julius Mosen).' Gemeint ist damit vor allem Mosens 'Die letzten Zehn vom vierten Regiment' (5. Januar 1832), den Polenaufstand gegen die russische Herrschaft 1830 betreffend.
(Das Gedicht Julius Mosens hat Fontane auch in seine Kriminalerzählung 'Unterm Birnbaum' im Jahr 1885 eingefügt.)

September 2019

Julius Mosen bekam von Andersen Märchen vorgelesen und besonders Das hässliche Entlein beeindruckte ihn; es machte auf Mosen einen tiefen Eindruck. Zuvor hatte er gesagt:»Schreiben Sie echte dänische Romane wie den SPIELMANN (gemeint ist der Roman NUR EIN GEIGER)«
Jetzt sagte er: »Für Märchen haben Sie ein merkwürdiges Genie; das ist neu und für unsere Zeit.« (H. C. Andersen im Dezember 1845)

August 2019

Bei einem Besuch des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen 1845 in Oldenburg ließ Mosen für ihn Lessings Nathan der Weise aufführen. Andersen revanchierte sich:
»... ich las ihm den Tannenbaum (ein Märchen Andersens) vor, ging mit ihm im Schlossgarten spazieren, und er rezitierte drei sehr schöne eigene n Gedichte. Wir sprachen über Poesie und Theaterwesen; er hat etwas Ähnlichkeit mit Alexandre Dumas, sieht aus wie ein Afrikaner; braune, funkelnde Augen!«

Juli 2019

Julius Mosen über den Staat:
»Ihm (Arnold Ruge, zeitweise mit Karl Marx befreundet) ist der Staat das Absolute im Konkreten, die wirklich gewordene Vernunft - ich halte ihn für die Form, in welcher sich das geschichtliche Leben eines Volkes herausstellt.«

(30. Dezember 1842)

Juni 2019

»Freilich zeigt es sich auch allenthalben, wohin diese Verleugnung der Kunst führt. Ich kann mich von ganzer Seele darum härmen, dass die Kunst so barbarisch der Laune und dem Zufall überlassen bleibt und daran zu Grunde geht.«

(Julius Mosen über die Förderung der Kunst zu seiner Zeit - Dresden, 13. Oktober 1842)

Mai 2019

»Wer den Ruhm haben will, einen Baum gepflegt zu haben, der muss den Mut haben, der Gärtner junger Bäume sein zu wollen.«

(Julius Mosen an Adolf Stahr am 24. August 1842)

April 2019

Julius Mosens berühmtes Gedicht »Die letzten Zehn vom vierten Regiment« nahm Theodor Fontane in seine Kriminalnovelle Unterm Birnbaum« (1885) auf, wo das Lied zu Ehren der damals gegen Fremdherrschaft kämpfenden Polen gesungen wird:
»Aber, ihr Herren, kennt ihr denn schon das neue Polenlied, das sie jetzt singen?« ...
»Und das heißt?«
»Die letzten zehn vom vierten Regiment ... Wollt ihr's hören? Soll ich es singen?«
»Freilich.«
»Aber ihr müsst einfallen« ...
»Versteht sich, versteht sich.«

März 2019

August Schwartz schickte seine Mosen-Biografie, die erste ihrer Art, an Theodor Fontane, der sich dafür bedankte und in seinem Brief erklärte:
»Für Julius Mosen hatte ich von Jugend auf ein Interesse, was sich bei Lesung Ihrer kl.(einen) Arbeit noch gesteigert hat.«

Februar 2019

Aus dem 2008 erschienenen Roman »Vuchelbeerbaamland« von Reglindis Rauca (geb. 1967 in Plauen):
»Nach dem Krieg, als es mehr Schutt und Asche als Dächer überm Kopf gab, wurde die Syra in Röhren geleitet und mitsamt der Brücke, unter der sie hindurchfloss, zugeschüttet, betoniert, eingeebnet, um auf diesem soliden Fundament einen schönen, geraden Platz zu errichten. Kurz vor der Elstertalbrücke kommt die Syra wieder ans Licht und stürzt sich mit ihren Wellen kopfüber in die Elster.« (S.7)

Januar 2019

Zur Eröffnung des Fontane-Jahrs anlässlich seines 200. Geburtstages:
»Kein anderer Krieg, unsere eigenen nicht ausgeschlossen, hat von meiner Phantasie je wieder so Besitz genommen wie diese Polenkämpfe, und die Gedichte, die an jene Zeit anknüpfen (obenan die von Lenau und Julius Mosen).«

Fontane meinte den Aufstand der Polen gegen Russland 1830/31, zu dem Julius Mosen einige seiner berühmtesten Gedichte schrieb.
(Theodor Fontane - 1819-1898 - Autobiografische Schriften, Bd. 1: Meine Kinderjahre)




Monatszitate 2018 mit den zugehörigen Büchern
(Thema: »Verschiedene Literatur«)

JANUAR

Elke Schulze:
»Erich Ohser alias e.o.plauen - Die Werkausgabe«
(Südverlag, Konstanz)

 
Buch Ohser
 

»So stehen sich bei Ohser wie bei seinem Freund Kästner die Tatsache großer Beliebtheit beim Publikum einerseits und zögerlicher fachwissenschaftlicher Würdigung andererseits unvermittelt und kontrastreich gegenüber.« (S.44)

FEBRUAR

Helga Jänsch & Silke Fischer:
»Stupsi´s lustige Abenteuer«
(veröffentlicht von AWO Auerbach)

 
Buch Stupsi
 

»Gestatten, Pieps mein Name. Ich kann quietschvergnügt durch die ganze Welt fliegen. Und wenn du möchtest, zeige ich dir auch, was unsere schöne Welt alles zu bieten hat ...« (S.6)

MÄRZ

Rüdiger Bernhardt:
»Vom Schreiben auf dem Bitterfelder Weg -
Die Bewegung schreibender Arbeiter - Betrachtungen und Erfahrungen«
(Neue Impulse Verlag Essen)

 
Buch Bitterfelder Weg
 

»Schreiben und Arbeiten / Er war SCHREIBENDER ARBEITER / Na und?, sagten sie im Betrieb. / Mit einem Lächeln voll Nachsicht lasen sie, / was er so schrieb. / Erst seit er freischaffend ist, seine Bücher Bestseller, / nehmen sie ihn ernst: / als ARBEITENDEN SCHRIFTSTELLER.« (S.76)

APRIL

Renate Stoever:
»Flucht aus Plauen - Eine wahre Geschichte«
(Weltbild Verlag Augsburg)

 
Buch RStoever
 

»Das gesamte Land lag in Ruinen, Millionen waren tot oder verletzt, und die überlebende Bevölkerung war gezeichnet von Trauer und Verzweiflung, Millionen hungerten und waren obdachlos, Millionen Kinder waren Waisen, Millionen Frauen waren verwitwet und Millionen Menschen waren körperlich und emotional fürs Leben gezeichnet. Die Niederlage war vollständig.« (S.117)

MAI

Siegfried Schönherr:
»Sohler Dorfgeschichten - Innenansichten einer vogtländischen Arbeiterwohngemeinde«
(Eigenverlag Dresden)

 
Buch SSchönherr
 

»So begegne ich immer wieder Menschen, auch aus meiner Heimatregion, die bei allem nach vorne schauen hin und wieder auch einen Blick zurückwerfen wollen. Sie brauchen diese Orientierung, um ihre Wege in der Heute-Zeit zu finden.« (S.7)

JUNI

Birgit Klemm:
»Gib nicht auf! Kämpfe! (Fünfzehn Erfolgsgeschichten)«
(Books on Demand Norderstedt)

 
Buch BKlemm
 

»Früher legte ich mehr Wert auf materielle Dinge, bestimmt mitunter zu viel. Jetzt genieße ich den Tag, die Zeit, die Natur, das Gefühl ... Es gibt seit 2010 einen zweiten Geburtstag im Jahr für mich: Es handelt sich dabei um den Tag, als ich damals aus dem Koma erwachte.« (S.72)

JULI

Petra und Carsten Steps:
»Vogtland hoch vier - Hoch hinaus und tief hinunter im Vierländereck«
Gmeiner Verlag

 
Buch PSteps
 

»Wenn wir mit dem Auto in Deutschland unterwegs sind, ernten wir oft neugierige Blicke. `Welche deutsche Großstadt beginnt denn mit V?´, fragen viele Leute, wenn sie unser Kennzeichen sehen. Die schnelle Antwort lautet, dass nur der Vogtlandkreis dieses Ein-Buchstaben-Privileg hat, das ansonsten Großstädten wie München, Berlin oder Stuttgart vorbehalten ist«

AUGUST

Zirkel Schreibender Senioren des Vogtländischen Seniorenkollegs Reichenbach e.V.:
»Was wir unseren Enkeln erzählen möchten«
(Pauli Werbung und Druck Treuen)

 
Buch SKolleg RC
 

Aus »Trabi-Verkauf« von Helgard Gruner: »Dresden Pieschen, Autohandel. - Dorthin fuhr ich eines Sonntags mit meinem Trabant ... Offensichtlich sah mein Trabant noch sehr gut aus; denn ich hatte mir noch gar keine Parklücke ausgesucht, da fand sich schon ein Interessent. - Was soll der kosten? - Mit dem Preis 11500 Mark war er sofort einverstanden. Ohne das Fahrzeug näher in Augenschein zu nehmen, zahlte er mir das Geld auf die Hand, bekam Schlüssel und Papiere, stieg ein und fuhr weg. - Autokauf a´ la DDR.« (S.72)

SEPTEMBER

Volker Müller:
»Corvette Menz«
(UND-Verlag, Stadtroda)

 
Buch VMüller
 

»So viel Reserve gegenüber dem Höchsten auf dieser Erde, Kunst und Theater, so viel ausschließliches Mit-sich-selbst-Befasstsein, Trübsal blasen und Zeter und Mordio wegen lächerlichster Kleinigkeiten hätte sie von der gutsituierten Geschäftswelt einer doch immerhin traditionsreichen Stadt ... nicht erwartet, nein, nie und nimmer hätte sie das erwartet.« (S.77)

OKTOBER

Jörg M. Pönnighaus:
»Tanzende Tage«
(ATHENA-Verlag)

 
Buch JPönnighaus
 

»Auch im Leben gibt es ein ZU SPÄT, / was gestern noch möglich schien, / ist heute Schnee von vorgestern. / Irgendwann ist die Zeit, /als noch Zeit war, / vorüber.« (S.71)

NOVEMBER

Petra Höpfner:
»Zwölf Monate bis zur Endlichkeit (Freiwillig - unfreiwillig sechs Jahre mit Crystal Meth)«
(Telescope Verlag)

 
Buch PHöpfner
 

»Er tat viel, um den Anschluss an die Zeit vor den Drogen zu finden. In seinem Kopf ging es drunter und drüber. Er kam nicht zur Ruhe. Widersprüche, Überzeugung, Freude, Selbstzweifel, Wut, Verachtung - und wieder sollte er in den nächsten Tagen die Folgen von Crystal Meth spüren.« (S.202)

DEZEMBER

Verein der Freunde und Förderer des Vogtlandmuseums Plauen e.V.:
»Von Andreasabend bis Zuckermännle«
(Kerschensteiner Verlag GmbH Lippersdorf)

 
Buch Zuckerm
 

»Die ursprünglichen Wurzeln des Neunerlei (Heilig-Abend-Essen, F.S.) finden sich ... in einer geschichtlich weit zurückreichenden Zahlensymbolik. Die Neun als größte einziffrige Zahl steht als ein Zeichen größtmöglicher Vielzahl oder Vollkommenheit ... So gilt im Buddhismus eine neunstöckige Pagode als Abbild des Himmels. Die christliche Überlieferung kennt neun himmlische Heerscharen oder Chöre der Engel. In der griechischen Antike galten die neun Musen als Töchter des Zeus.« (S.95)







Monatszitate 2016 mit den zugehörigen Büchern
(Thema: »Vogtländer über Vogtländer«)

Buch/Autor   Abbildung   Zitat des Monats   Verlag/Veröffentlichung

Eberhard Navratil:
»Sings miet is Elsterlied«

 
Buch Navratil
 

»Is Vuegtland is e Märchenland is blueß noch net sue oarg bekannt wie Spreewald oder Sächsisch Schweiz und doch hots saan besonnern Reiz.« (S.97)

 

concepcion Seidel Hammerbrücke

Enno Bünz, Sönke Friedreich, Christian Ranacher, Lutz Vogel :
»Kulturlandschaften Sachsens - Vogtland«

 
Buch Bünz
 

»Der vogtländische Charakter, so Louis Bein Ende des 19. Jahrhunderts, entspringe dem Bild der Landschaft und sei geprägt durch "Arbeitsamkeit, Ausdauer, Bedürfnislosigkeit und eine mit Redlichkeit gepaarte Naturwüchsigkeit.« (S.172)

 

Edition Leipzig

Marcus Köhler (Autor) und Rebecca Baumgärtel (Fotografin):
»Vergessene Wege im Vogtland«

 
Buch Wege
 

»Schon vor Jahrhunderten durchzogen Fuhrleute auf bedeutenden alten Handelswegen das Vogtland ... Nach der deutschen Wiedervereinigung setzte eine umfangreiche Bautätigkeit vor allem im Bereich der Verkehrswege ein ... Unzählige Umgehungsstraßen wurden neu erschaffen und der Ausbau vorhandener Straßen vorangetrieben.« (S.5)

 

winterwork

Gero Fehlhauer:
»Hochwasser im Vogtland 1954 und 2013«

 
Buch GFehlhauer
 

»Die zwei bedeutendsten Flüsse des Vogtlandes, die Weiße Elster und die vor Greiz in sie einmündende Göltzsch durchfließen als schmale Ströme die malerische Landschaft. Alle paar Jahrzehnte verwandeln sich die idyllischen Gewässer jedoch in reißende Flüsse, ... Die beiden prägendsten Hochwasser erlebten die Vogtländer nach tagelangen heftigen Regenfällen in den Jahren 1954 und 2013.« (Rückseite)

 

Sutton Verlag

Jörg M. Pönnighaus:
»Skizzen einer Zeit - Gedichte«

 
Buch JPönnighaus
 

»Max Hölz - Kommunist, Anarchist, Gründer einer vogtländischen Arbeiter- und Bauernwehr. Zusammengeschlagen von der SA, geflüchtet in die Sowjetunion, dort ersäuft von der GPU. Ein deutsches Schicksal eben.« (S.74)

 

Eigenverlag
Dresden

Siegfried Schönherr:
»Sohl - Ein vogtländisches Dorf« (Band III)

 
Buch SSchönherr
 

»Natürlich bestimmte das politische System der DDR auch die Entwicklungsrichtung unseres Heimatortes, wenngleich nicht abgestritten werden kann, dass selbst in dieser Zeit die Sohler ihre eigene Geschichte lebten. Freilich nicht aus freien Stücken und nicht unter selbst gewählten Umständen, sondern unter den unmittelbar gegebenen und vorgefundenen.« (S.10)

 

Eigenverlag, Dresden

Heike Becker:
»Margaretenspitze«

 
Buch HBecker
 

»Spitze ist wieder ganz in Mode! Eine fast vergessene und glücklicherweise wiederentdeckte Spitzentechnik - die Margaretenspitze - bereichert das Handarbeitsangebot mit sehr originellen, kreativen Arbeiten ... Im Laufe der Jahrzehnte fand diese schöne Technik viele Anhänger. Je nach Garnstärke erhält man sehr filigrane, zarte Spitzen oder kräftige, robuste Stücke. Es sind geometrische, florale und figürliche Muster möglich.« (S.2)

 

Buchverlag für die Frau

Birgit Klemm:
»Plötzlich ist alles anders«

 
Buch BKlemm

Weiteres zu Buch/Autorin:
hierher oder aufs Buch klicken

 

»Es soll ein Urlaub zum Abhängen werden. ... Sie stürzt dummerweise vom Rad und erleidet danach einen Schlaganfall. ... Und nun? ... Der Schlag stülpt gewissermaßen seine hässlichen Handicaps über, die da wären: Hinderungen beim Gehen, Sprechen, Sehen ... Man frage mich aber lieber nicht nach meiner Meinung über die superperfekten Leute, die das zweifellose Glück haben, gesund zu sein, und auf andere herabschauen, die es nicht sind, als ob es deren Schuld wäre.« (Rückseite,S.2 u.a.)

 

Books on Demand Norderstedt

Reglindis Rauca:
»Fatzvogel«

 
Buch RRauca
 

»Marie (Abitur in Plauen, will zum Theater) übt sprechen, die deutsche Hochsprache, Hochdeutsch. ... Das vogtländische A stellt sich besonders stur. Marie versucht, es mit allen möglichen Übungen und Tricks nach vorn zu locken, es will nicht. ... Marie übt und übt. Sie erzieht sich die Sprache der Mutter, die Muttersprache ab.« (S.102)

 

Mitteldeutscher Verlag Halle

Sven Hannawald:
»Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben«

 
Buch SHannawald
 

»Natürlich kannte ich Klingenthal aus dem Fernsehen, vor allem die Aschbergschanze, die von den Einheimischen und Athleten liebevoll ASCH genannt wurde ... Als 1959 die Große Aschbergschanze eingeweiht wurde, pilgerten über 70 000 Menschen ins enge Steinbachtal, um die Helden der Lüfte zu bewundern.« (S. 57,58)

 

Verlag Zabert Sandmann

Elfriede Voigt:
»Die Brücke«

 
Buch EVoigt
 

»In der Stille reden die Bäume, kommen meine Erinnerungen. Hinter der Stille leben die Seelen und erwachen meine Toten. Mit der Stille wächst Frieden, entsteht das Gefühl großen Glückes. Denn die Stille ist eine Brücke; meine Brücke. Wohin?« (S.5)

 

Eigenverlag, Netzschkau

Ditter Stein:
»Hauptsach gut gessen«

 
Buch DStein
 

»Nun, das Jahr hat ja zweiundfünfzig Wochenenden. In meinem Buch habe ich jedem Monat allerdings immer nur jeweils vier Rezepte zugeordnet. ... Außerdem darf hin und wieder die eigene Küche auch ganz kalt bleiben. Gönnen Sie sich dann eine Bewirtung in unserer schönen vogtländischen Gastronomie.«

 

Vogtland-Anzeiger




Monatszitate 2015 mit den zugehörigen Büchern
(Thema: »70 Jahre nach Kriegsende«)

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Buch/Autor   Abbildung   Zitat des Monats   Verlag/Veröffentlichung

Rudolf Laser:
»Schule und Zeitgeschichte Plauen 1935-1943«

 

 

Plauen, Luftangriff am 16. Januar 1945, Lessingschule: »Das Schulhaus war stehen geblieben, hatte aber sehr, sehr viele Fensterscheiben opfern müssen. - Auch ist an den Türen kaum ein Riegelblech an seiner Stelle verblieben. ... An Schulehalten wird in dem Gebäude lange Zeit nicht zu denken sein, da wir auch unseren Kohlevorrat hergeben mussten.« (S.97)

 

Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz, 2011
ISBN 978-3-928828-49-9

Vogtländisches Seniorenkolleg Reichenbach e.V.:
»Zeitzeugen - Kindheitserlebnisse um 1945«

 
Buch Senkolleg RC
 

Angriff auf Dresden, 13. Februar: »Es war ein Flammeninferno von bis dahin unbekanntem Ausmaß. ... Die vielen tausend Toten wurden auf riesigen Scheiterhaufen verbrannt, ihre Asche ruht auf dem Dresdener Heidefriedhof.«
(Erika Werling: Luftangriffe auf sächsische Städte - S.172)

 

Schriften des Neuberin-Museums (Bd.14)
Reichenbach, 2006

Gerd Naumann:
»Plauen im Bombenkrieg 1944/1945«

 

 

»Unter den derzeitigen Umständen ist natürlich mit Licht und Wasser noch lange nicht zu rechnen. Heute war ich mit Steudel während des Alarms im Syratal zwischen zwei Felsen versteckt, nachdem wir im Brauereikeller wegen Überfüllung nicht mehr hineinkonnten.Ist das eine Hatz! Täglich die Frage: Wo renne ich heute hin?« (S.126)

 

PG-Verlag, Plauen
2. Auflage 2011

Rudolf Laser/Joachim Mensdorf:
»»Seventyfive Days Only«

 
 

Kriegsende in Schöneck: »Am 18. April begannen Tieffliegerangriffe und am Spätnachmittag des 27. April der Artilleriebeschuss. Die US-Artillerie war auf der Arnoldsgrüner Höhe und bei Großfriesen, nahe der Brücke über die Autobahn in Stellung gegangen und schoss sich ein. Obwohl die meisten Einschläge zu kurz lagen, gab es über eine Woche lang Tote, Verletzte und Zerstörungen.« (S.175)

 

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz, 2000

Siegfried & Paul Walther:
»Leben in dunklen Zeiten 1930-1949«

 
Buch dunkleZeiten
 

»In Erkenntnis der Ausweglosigkeit weiteren Widerstandes unterschrieb das Oberkommando der Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation der deutschen Land-, Luft- und Seestreitkräfte am 7. Mai 1945 vor dem Alliierten Oberkommando in Reims. Einen Tag später, am 8. Mai erfolgte das im Sowjetischen Hauptquartier in Karlshorst bei Berlin. ... Der II. Weltkrieg endete für uns Deutsche mit einer noch gewaltigeren nationalen Katastrophe als der I. Die Zerstörung Deutschlands war ohnegleichen.« (S.89)

 

Verlag Wissenschaftliche Scripten
Auerbach, 2012

Rudolf Laser/Jörg Helbig:
»Zum Luftkriegsgeschehen im Vogtland 1944/45«

 

 

»Im untersuchten Gebiet trafen die ersten gezielten Abwürfe der USAAF am 12.5.1944 Zwickau. Danach folgte am 12.9.44 Plauen, das bis zum 10.4.1945 durch insgesamt 14 Angriffe etwa zu 75 % zerstört wurde. ... Ziele von US-Tagangriffen waren auch Greiz (13.11.44), Reichenbach (21.3.45) sowie Hof (14.2. und 8.4.45).« (S.13)

 

Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz

Erwin David: »Wege und Umwege des Erwin D.«

 
Buch EDavid
 

Entlassung von Kriegsgefangenen: »Dann erschien eines Tages der provisorisch eingesetzte Bürgermeister von Brandenburg am Lagertor, sprach aufgeregt mit sowjetischen Offizieren und bedeutete uns, daß er den Auftrag erhalten habe, jede Woche 1000 Gefangene vom Lager abzuholen und in die Heimatgebiete abzutransportieren. ... Das war in den ersten Junitagen. Von den 16000 Gefangenen wurden in den nächsten Wochen mehr als 15000 entlassen. Zurück blieben ca. 800 Offiziere.« (S.78)

 

concepcion Seidel
Hammerbrücke, 2007

Walter G. Tümpner:
»Aus der Geschichte der Stadt Plauen«




Buch WTümpner
 

Schadensbilanz und -beseitigung: »»Anfang Juli 1945 wurden die Einwohner Plauens aufgerufen sich jeweils samstags oder sonntags an den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen. ... Den Plauenern stand bevor, rund 2 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt wegzuräumen, über 12000 Bombentrichter zuzuschütten und 67 Kilometer Straßen freizulegen. Außerdem mussten hunderte Bomben, teils noch scharfe Blindgänger, beseitigt werden.« (S.32)

 

Verein zur Förderung des Plauener Spitzenmuseums e.V.
Plauen 2007

Erich Burkhardt:
»Mein Leben unter Diktatoren«

 
Buch EBurkhardt
 

23. August 1945 - nach Jahren wieder zu Hause: »Raasdorf war abgebrannt. Auch unser Haus war nur noch eine abgebrannte Ruine. In den letzten Kriegstagen war das Dorf Niemandsland. ... Als ich heimkam, wog ich noch 44 kg, zu schwach für jede Arbeit.« (S.225,227)

 

Monika Watermann Verlag
Weilheim an der Teck (2006)

Mario Morgner:
»Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit«

 
Buch MMorgner
 

Flüchtlingsaufnahme: »Schon 1945 waren die Verwaltungsorgane der damaligen Sowjetischen Besatzungszone gezwungen, auf den gewaltigen Zustrom an Bevölkerung zu reagieren und Konzepte für deren langfristige Integration zu entwickeln. ... Sachsen erklärte am 30. September 1945 sämtliche dort gemeldeten Bürger zu Sachsen. Damit bestand zum Beispiel ein Anspruch auf Lebensmittelkarten.« (S.48)

 

Eigenverlag
Rodewisch (2011)

Otto Höchst/ Liesbeth Röder:
»Raum ist in der kleinsten Hütte«

 
 

Nahrungsbeschaffung: »Lotte (bei Weimar) schreibt: 'In euerem kargen Vogtland werdet ihr wenig zu essen haben. Wir haben auch nicht viel, aber holt euch paar Kartoffeln. Wir werden was zusammenstellen, was euch ein wenig weiterhilft.' - So hatten wir für unsere Hamsterfahrten ein klares Ziel bekommen: Tante Lotte!« (S.168)

 

Verlag Wissenschaftliche Skripten
Auerbach (2012)

Elfriede Voigt/Wagner:
»Was uns zu Menschen macht«

 
Buch EVoigt
 

Trauer: »"Da fand ich es, ich hatte gerade noch geschwelgt in einem Hochgefühl, da lag es, rechts am Feldrain, ein Soldatengrab! Neben einem Kartoffelacker stand ein Holzkreuz, darauf hing ein deutscher Stahlhelm, kein Name, kein anderes Zeichen. ... So, unbekannt, im Straßengraben verscharrt, liegen viele, liegt vielleicht auch der Freund, auf den du wartest.« (S.71)

 

Druck-Zuck GmbH
Halle/Saale

Siegfried Schönherr:
»Sohl - Ein vogtländisches Dorf«, Bd.II

 
Buch SSchönherr
 

Schwieriger Beginn des Schulbetriebs: »Die SMAD ordnet an, ab 1.10.1945 den Schulbetrieb wieder aufzunehmen, unter 'völliger Befreiung von nazistischen Ideen'. Zum Jahreswechsel 1945/46 kam es durch ungenügende Brennstoffversorgung zu einer starken Beeinträchtigung des Schulbetriebes. Die Gemeinden wurden aufgefordert, ab 7.1.1946 den geordneten Schulbeginn durch Holz- und Kohleversorgung zu gewährleisten. In Sohl gelang das nur mit Einschränkungen.« (S.172)

 

Beiträge zur Ortsgeschichte 1933-1949 Eigenverlag, Dresden (2012)




Literaturliste zum Thema
(Bestand im Mosenzimmer in Marieney)

Burkhardt, Erich

»Mein Leben unter Diktatoren (Erinnerungen an Jugend, Krieg, Gefangenschaft und das Leben in der DDR)«

Monika Watermann Verlag
Weilheim an der Teck
ISBN 3-00-018115-6

Cziborra, Pascal

»KZ Mehltheuer - Lippenstift statt Lebensmittel
(Außenlager des KZ Flossenbürg)«

Lorbeer Verlag
Bielefeld
ISBN 978-3-938969-17-5

David, Erwin

»Wege und Umwege des Erwin D. -
Ein Schlesier erinnert sich«

concepcion Seidel
Hammerbrücke
ISBN 978-3-933750-94-5

Götz, Alfred

»Gschichten, döi es Lem` gschriebn hout«

Heimat- und Geschichtsverein Erlbach e.V.

Hernla, Werner

»Das Flüchtlings- und Durchgangslager Oelsnitz / Schloß Voigtsberg (1944/45 - 1951)«

Voigstberger Museumsreihe
Band 1

Hernla, Werner

»Ortschronik der Kriegsjahre 1939-1945 für die Stadt Oelsnitz/V., Teil II
(1943-1945) - Tagebuch des Bürgermeisters Otto Risse«

Voigstberger Museumsreihe
Band 4

Hernla, Werner

»Oelsnitz (Vogtland) am Ende des Krieges 1945 -
Fünfzehnjährige als Verteidiger der Stadt«

Voigstberger Museumsreihe
Band 6

Hettrich,
Karl Eberhard

» ... und plötzlich Rentner«

Edition Octopus im Verlagshaus Monsenstein
Münster

Höchst, Otto
Röder, Liesbeth

»Raum ist in der kleinsten Hütte -
Tannenbergsthal Behelfsheim No.3«

Verlag Wissenschaftliche Scripten
Auerbach
ISBN 978-3-942267-46-5

Laser, Rudolf

»Schule und Zeitgeschichte - Plauen 1935-1943«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 978-3-928828-49-9

Laser, Rudolf
Helbig, Jörg

»Zum Luftkriegsgeschehen im Vogtland 1944/45«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 978-3-928828-46-8

Laser, Rudolf
Mensdorf, Joachim

»Seventyfive Days only - 75 Tage US-Besatzung in Plauen
16.April - 30. Juni 1945«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 3-928828-18-5

Miersch, Kerstin

»Mein lieber Freund LOUIS -
Ein Franzose in Schneckenstein«

Engelsdorfer Verlag
Leipzig
ISBN 3-938873-18-3

Morgner, Mario

»Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit -
Flüchtlinge und ihr Neuanfang im Vogtland 1945-1949«

Eigenverlag
Rodewisch
ISBN 978-1-4457-9720-5

Naumann, Gerd

»Plauen im Bombenkrieg 1944/1945«

PG-Verlag
Plauen OT Kauschwitz

Schaller, Siegfried

»Alles im Leben hat seinen Preis
(Erinnerungen eines Eisenbahners)«

NORA Verlagsgemeinschaft
Berlin
ISBN 978-3-86557-266-0

Schönherr, Siegfried

»Sohl - Ein vogtländisches Dorf (Band II)
Beiträge zur Ortsgeschichte, von 1933 bis 1949«

Eigenverlag
Dresden

Tümpner, Walter G.

»Aus der Geschichte der Stadt Plauen«

Verein zur Förderung des Plauener Spitzenmuseums e.V., Plauen

Vogtländisches Seniorenkolleg Reichenbach e.V.

»Zeitzeugen - Kindheitserlebnisse um 1945«

Schriften des Neuberin-Museums, 14
Reichenbach
ISBN 3-932626-14-1

Voigt, Elfriede

»Was uns zu Menschen macht«

Druck-Zuck GmbH, Halle/Saale
ISBN 978-3-940744-23-4

Walther, Siegfried & Paul

»Leben in dunklen Zeiten 1930-1949«

Verlag Wissenschaftliche Scripten
Auerbach
ISBN 978-3-942267-65-6

(Zusammenstellung: Dr. F. Spitzner)




Monatszitate 2014 mit den zugehörigen Büchern
(Thema: »25 Jahre nach der Wende«)

>
Buch/Autor   Abbildung   Zitat des Monats   Verlag/Veröffentlichung

Günter Ullmann:
»Die Wiedergeburt der Sterne nach dem Feuerwerk«

 
Buch GUllmann
 

»keine lehre kann man ewig lehren und keine lehre ewig verschweigen alles nimm als gegeben hin und nichts« (S.49)

 

Edition Büchergilde (2008)
ISBN: 978-3-9401-1147-0

Mara Nock:
»Die Drahtmutter«

 
Buch MNock
 

»Wenn man das Sein als eine Aufgabe betrachtet, dann vermag man es immer zu ertragen.« (S.241)

 

buch & media (2. Aufl. 2015)
ISBN: 978-3-8652-0323-6

Manuela Wohlrab:
»Leben in der DDR - (K)ein ganz normales Leben«

 
Buch MWohlrab
 

»Da damals fast alles Mangelware war, bestellte ich ab und zu etwas mit der Überzeugung, man könnte es sicherlich gut gebrauchen und sei es zum Tauschen. Das hatte sich inzwischen zum Volkssport entwickelt ...« (S.20)

 

Block, H (2007)
ISBN: 978-3-9349-8851-4

Falkmar Krause:
»Paradiese und Bäume der Erkenntnis«

  Buch FKrause
 

»Wer erinnert sich heute noch an Walter Ulbrichts Streben nach dem "Weltniveau"? Nach dem merkwürdigen Vorhaben, alle anderen im "Pro-Kopf-Verbrauch" zu übertreffen gab es da auch noch das Bestreben, vermeintlich westliche Ausdrücke und Gewohnheiten einzuführen.« (S.127)

 

Vogtland-Verlag (2007)
ISBN: 978-3-9288-2840-6

Manfred Hinrich:
»Scherben 2002 - 2004«

 
Buch Scherben
 

»Demokratie ist der Wein, in dem Wahrheit vermutet wird.« (S.81)

 

Block, H (2007)
ISBN: 978-3-9349-8851-4

Volker Müller:
»Tausend und eine Leidenschaft«

 
VMüller
 

»Ja, und als es die ersten Entlassungen gab, was wurde da noch für ein Theater gemacht ... Da gab es Blumen und eine Abschiedsfeier ... Und jetzt kriegst du einen Brief mit der Post ... Wir wünschen Ihnen weiterhin persönliches Wohlergehen und viel Freude an Ihrem Beruf ... Schöne Scheiße ...« (S.251)

 

Ingo Koch Verlag (2004)
ISBN: 978-3-9371-7945-2

Margitta Rosenbaum: »Mit meinem Gott springe ich über Mauern«

 
Buch MRosenbaum
 

»Bei meinen Reisen erlebe ich oft, dass sich im Westen der Republik ganz seltsame, oft sehr einseitige Vorstellungen von uns Christen in der DDR festgesetzt haben.«

 

SCM R. Brockhaus (2007)
ISBN: 978-3-4172-4985-9

Günter Kunzmann:
»Wir waren das Volk«




Buch GKunzmann
 

»... ab dem 11. September hinderten die ungarischen Grenztruppen die DDR-Bürger überhaupt nicht mehr daran, die Grenze nach Österreich zu überschreiten. In den ersten drei Tagen nach dieser Maßnahme gingen 18.000 DDR-Bürger von Ungarn nach Österreich..« (S.36)

 

HB PRINT (2009)
ASIN: B00F5VYINO

Arno Hecht:
»Enttäuschte Hoffnungen«

 
Buch AHecht
 

»Der vorstehend beschriebene Prozess, gern als Wende bezeichnet, ging nicht spurlos an mir vorüber, obwohl ich in letzter Konsequenz wieder zu mir zurückgefunden habe.« (S.73)

 

Verlag am Park (2008)
ISBN: 978-3-8979-3145-9

Sven Dietrich:
»Grenzgänger«

 
Buch SDietrich
 

»'Philosophie ist ein großes Wort', antwortete Bronstein, 'auch wenn es heute völlig banalisiert wird. Mittlerweile hat jeder Baumarkt eine Philosophie. Einst war Deutschland berühmt für seine Philosophen.« (S.270)

 

Wenz Verlag (2008)
ISBN: 978-3-9377-9133-3

Elfriede Voigt/Wagner:
»Was uns zu Menschen macht«

 
Buch EWagner
 

»Eins aber bleibt mir, bleibt allen Deutschen meiner Generation. Wir müssen es besser machen und dafür sorgen, dass es die Menschen nach uns besser machen« (S.127)

 

Druck-Zuck GmbH, Halle/Saale (2019)
ISBN: 978-3-9407-4423-4

»Vuchelbeerbaamland«

 
Buch RRauca
 

»Meine Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft unseres Landes: Für mein Land wünsche ich Weltfrieden. Buchenwald, Dachau und das Warschauer Ghetto, Carl von Ossietzky, Sophie Scholl und die Moorsoldaten sollen nie vergessen werden.« (S.145)

 

Mitteldeutscher Verlag (2008)
ISBN: 978-3-8981-2542-0