Aktuelles / Termine



        Termine im Jahr 2020



Aufgrund der aktuellen Lage sind alle Terminangaben unter Vorbehalt zu betrachten!

Veranstaltung / Link
Wann? / Wo?
Genaueres

Veranstaltung des Autors
Volker Müller
Erzählband »Bäume malen im November«

12.08.2020, 18 Uhr
Erfurt, Augustinerkloster

im Rahmen der Reihe »Literaturcafé«
des Aktionskreises für Frieden Erfurt e.V.

Öffnungszeiten
Mosenzimmer Marieney

Mosenzimmer

Hauptstr. 15
08626 Mühlental
OT Marieney

- Termine im Mosenzimmer Marieney fallen im April und Mai aus!

von Juni bis November:
1. und 3. Donnerstag des Monats
von 11 bis 17 Uhr
oder nach vorheriger Vereinbarung
(per E-Mail oder Tel./Fax: 03744-184337)





      Kurzmeldungen


Was ?   Genaueres

06.05.2020
»Zwei Tote am letzten Kriegstag in Marieney«

Christa Woide, geb. Hilzenbecher, schildert in einem mehrseitigen Schreiben an die Vogtländische Literaturgesellschaft Julius Mosen, was sich am 6. Mai 1945 in ihrem damaligen Wohnort Marieney zugetragen hat. Amerikanische Panzer rückten ins Dorf ein. Als die Waffen schon schwiegen und es schien, die Kriegshandlungen seien beendet, verloren zwei Marieneyer ihr Leben. Ein kleiner Junge, der, verängstigt, ein vermeintlich sicheres Versteck gefunden hatte, wurde beim Wendemanöver eines Panzers durch einen umfallenden Torpfosten tödlich verletzt. Und auf den Postmeister des Ortes, der sich, der Waffenruhe sicher, einen Eimer Wasser holen wollte, wurde noch ein einzelner, unerklärlicher, aber tödlicher Schuss abgefeuert.
Die schon lange bei Frohburg (Sachsen) lebende Christa Woide vergisst die Marieneyer Ereignisse an diesem Tag nicht. Es war ihr 15. Geburtstag. 75 Jahre später, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, schrieb sie: »Kriege werden von Menschen gemacht und können nur von Menschen verhindert werden!«
Wir danken der Zeitzeugin für ihren Erlebnisbericht, gratulieren der Jubilarin herzlich zu Ihrem Ehrentag und wünschen ihr und ihren Angehörigen alles Gute, viele friedvolle Jahre.
Dr. Frieder Spitzner


Siegfried Schönherr:
»Notizen über meine Zeit und mein Leben - Vogtländischer Arbeiterjunge Militärökonom Heimatkundler« (Band I 2019, Band II 2020, Eigenverlag Dresden)

Was Prof. Dr. Schönherr (Jahrgang 1934) in den Buchtiteln seiner Bände I und II »Notizen« nennt, sind keineswegs stichwortartige Niederschriften über Ereignisse, die ihm durch Zufall im Gedächtnis haften geblieben sind. Sondern beide Werke, je über 260 Seiten, zeichnen sich aus durch eine akribisch erarbeitete Dreierkombination, bestehend aus Autobiografie, Regionalchronik und Landesgeschichte. Das verdeutlichen die am Ende der Bücher eingefügten »Zeittafeln« mit der Untergliederung in mehrseitige »Überregionale Ereignisse« und »Regionale Ereignisse« sowie in zahlenmäßig geringer ausfallende »Familienereignisse«.
Die ausführlichen und sachlichen Darlegungen über familiäres Geschehen sowie über gesellschaftspolitische und Kriegswirren im Oberen Vogtland wurden fotodokumentarisch ergänzt.

Der Band I gewährt Einblicke in Schönherrs Vorschuljahre von 1934 bis 1938/39. Fotos aus dieser Zeit mit Motiven vom Geburtsort Bad Elster und vom familiären Ambiente illustrieren Lebensumstände der 1930er Jahre. Der Autor übertitelt die Erinnerungen an seine erste Lebensphase mit dem Satz: »Auch in schweren Zeiten kann man eine behütete Kindheit verleben.« (Bd. I, S. 5)

Der Band II umfasst die Folgejahre bis 1948. Siegfrieds Schülerzeit, Beginn 1940, fällt in die Periode der »finsteren Kriegs- und Nachkriegsjahre«. Fotos von Uniformierten, Lebensmittelkarten und anderen Dokumenten veranschaulichen Zeitgeist, Leid und Armut. In Siegfrieds Schulabschlusszeugnis (Kopie S. 190), ausgestellt am 25.7.1948 in Mühlhausen-Sohl, stehen »Deutsch mündlich« und »Deutsch schriftlich« mit je einer »1« obenan, gefolgt von weiteren sehr guten und guten Noten, mit einer Ausnahme, leider einer »4«, in »Musik«.

Der Autor kündigt noch für dieses Jahr den Band III an, der die Jahre bis 1961 erhellt.
Band IV, der des Autors weiteren Lebensweg sowie Lebensbedingungen in der DDR bis zum Wendejahr beleuchtet, soll 2021 erscheinen. Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen, denn »Man hat über Jahrzehnte Erfahrungen in Situationen gesammelt, die es so nie wieder geben wird und die für manche von Nutzen sein könnten ... Auch wenn das Erlebte und Erkannte nur eine begrenzte Aussage haben mag, ... wäre es schade, wenn es in Vergessenheit geraten würde.« (Bd. I, S. 11)

Vergesslichkeit kann verheerende Folgen haben: »Wer den letzten Krieg vergisst, hilft schon, den nächsten vorzubereiten.« (Bd. II, S. 5)
Dr. Frieder Spitzner


Jörg M. Pönnighaus:
»In den Pappeln raschelt der Wind« (Lyrik)
ATHENA-Verlag, Oberhausen 2020

»Schreiben ist eine wunderbare Möglichkeit, sich anderen zu öffnen.«
Dieser Satz hinterließ Eindruck bei der Eröffnung eines Literaturfestivals in Bremen. Einschränkend sei angemerkt: Die Einblicke in das eigene Ich, die ein Schreiber gewährt, sind unterschiedlich tief. Was der Arzt und Autor Jörg M. Pönnighaus in seinem neuen Lyrikband offenlegt, sind, wie bei Lyrikern durchaus beliebt, Gedankensplitter. Sie pulsieren zwischen Realität, Illusion und Vision. Der Titel des Werkes ist dem Gedicht »Alt«" (S. 88) entnommen, in dem es heißt: » ... es wird Zeit, meine Spuren zu verwischen, / Zeit zu gehen, unauffällig, unbemerkt. / Es wird Zeit für mich zu verschwinden, klang- und klaglos. / In den Pappeln raschelt das Licht, in den Pappeln flimmert der Wind. / Aber manchmal, wenn du mich streichelst, vergehen mir - immer noch - Hören und Sehen.«
Für diese Ankündigung eines spurlosen Rückzugs, gar Verschwindens, findet der Leser keinen Anlass, zumal des Dichters wohlige Gefühle einem mutmaßlich nachhallenden Verdruss immer noch Paroli bieten. Außerdem lassen sich Spuren nicht einfach verwischen, ohne wiederum, sichtbar oder im übertragenen Sinne, Abdrücke zu hinterlassen. Und des Dichters Weg ist länger als im Folgenden beschrieben: »Unser Stück Weg beginnt immer dort, wo wir den ersten Schritt gehen / und endet, wo wir den Weg wieder verlassen.« (S. 16)
Des Dichters Wegweiser verdient Beachtung: »Nichts wiederholt sich, / Fasst du das Glück nicht beim Schopf, ist es vorüber geeilt / für immer.« (S. 58) Des Dichters Lebensphilosophie fördert Einsicht und Weitblick: »Wer fragt, lebt; / Wer auf alle Fragen eine Antwort weiß, ist tot. / Mensch sein heißt Fragen stellen, / vor allem sich selbst.« (S. 64) Fragen beflügeln, solange des Lebens Pendel schwingt. Und dann?
»Nein, auch im Jenseits wird es keine Antworten geben, / wir werden nur aufhören Fragen zu stellen.« (S. 89) Dieser eigenwilligen Textauswahl und -auslegung sei ein Zitat aus dem Klappentext beigefügt:
»Pönnighaus` Texte sind ein Plädoyer dafür, auch angesichts von Schicksalsschlägen und der Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit nicht zu verzweifeln, sondern die Schönheiten des Lebens zu sehen und auch kleine Momente zu genießen.« (von Dr. Frieder Spitzner)


»Sagenhaftes Vogtland - Wenn der Opa erzählt« von Ekkehard Glaß (Autor) und Andrea Glaß (Illustrationen); erschienen 2020 (Auerbach/V.; Eigenverlag Ekkehard Glaß)

 

Enkelkinder können nerven. Opa kommt nicht umhin, nach anhaltendem Bitten seine Sonntagsmittagsruhe zu beenden und zu erzählen, warum das Vogtland so heißt. Und der Opa erzählt eine weitere Geschichte. Eine? Nein, später, nach der Sage vom Roten Wisch (Rodewisch), ein weiteres Dutzend.
Oma weiß, dass er gern erzählt, sogar dann, wenn die Enkel lieber was anderes tun wollen als zuzuhören. Manchmal haben sie sich in den Haaren, die Sophie, die schon zur Schule geht, und ihr Bruder Willi, der noch im Kindergartenalter ist und von Opa erfährt, dass man seine große Schwester nicht »alte Zicke« nennen darf.
Immer wenn die Großeltern und die Enkel zusammen sind, zu Hause oder bei Ausflügen und Wanderungen im Vogtland, gibt es Gelegenheiten, über vogtländische Sagengestalten zu plaudern. Solche kennt man allerorten von Klingenthal über Schöneck, Oelsnitz, Plauen bis Falkenstein, Auerbach, Reichenbach und anderswo. Nicht alles ist lustig, was Gestalten wie der spukende Köhler, die kopflosen Reiter oder die Winselmutter einst getrieben haben. Manchmal fürchtet sich Willi ein bisschen, spielt aber den Großen, der gern ein Held wie der Drachentöter wäre, oder er möchte der Moosmann sein, der gute Taten mit Gold belohnt. Wenn Willi beim Erzählen irgendwas nicht gleich versteht, fragt er einfach drauflos. Sophie, die sich schlauer wähnt, regt sich darüber auf. Den Opa aber freut`s, dass der Kleine viel wissen will. Und so erfahren seine Zuhörer ganz nebenbei, wer August der Starke war, warum ein Bettelmönch so genannt wird, dass das Vogtland von einer Felsformation durchzogen wird, einst reich an Bodenschätzen war, und sie staunen, was es in der Heimat noch so alles gibt. Wenn Familien das Vogtland durchstreifen und erkunden möchten, so finden sie am Ende des Buches auf vier Seiten zahlreiche Ausflugstipps. Wer sich hineindenkt, wie die Buchtypen aussehen könnten, also der freundliche Opa und seine zwei Enkel oder die guten Geister und die bösen Gespenster, der findet Anhaltspunkte in den farbenfrohen und fantasievollen Buchillustrationen. (von Dr. Frieder Spitzner)


Mundartautorin Irene Kasselmann verstorben
(1936 - 2020)
 

»`s Leben hoot enn Sinn.«
Dieser von Irene Kasselmann gewählte Buchtitel (Eigenverlag, Auerbach 2005) gleicht einem Vermächtnis, das des Menschen Selbstwertgefühl stärkt. Als sie für dieses Buch schreibt, ist sie fast 70, reich an Lebenserfahrung, vom Leben nicht verwöhnt, eher gebeutelt, aber freundlich und lebensbejahend wie eh und je.
In ihren Veröffentlichungen und bei zahlreichen Mundartauftritten in vogtländischer Tracht (»Buckelhaub« und »Bänderschörz«, verziert mit »Klepplspitz«) strahlt sie Lebensfreude aus. Die vogtländische Mundart betrachtet sie als ihre Muttersprache, der sie sich verpflichtet fühlt, für deren Pflege sie bis in die letzten Lebensjahre Kraft sammelt und aufwendet.
In ihrem letzten Buch »Urlaab af`m Bauernhuef« (Eigenverlag Auerbach, Druck Schönheide, 2014) erinnert die Autorin gleichaltrige Leser an die Kinderzeit - und die Nachkommen an Lebensbedingungen der Eltern und Großeltern. Indem Irene Kasselmann die dörfliche Umgangssprache ihrer Kinderjahre verwendet, wird sie einem ihrer Anliegen gerecht: durch Mundartpflege in unserer schier grenzenlosen Welt das hegenswerte Pflänzchen Heimatverbundenheit zu fördern.
Und sie bekennt: »De Schreiberei is mei Leben!« (S. 90).
Und sie mutmaßt: »Aber mir blabbt nimmer viel Zeit, üm dös, wos iech nuch alles virho, ze drleding. Schod is dös! Arg schod!» (S. 89)
Was sie erledigt hat - ihr geistiges Erbe - sollte uns Anregung und Ansporn sein.
Danke Irene
(von Dr. Frieder Spitzner)


Jörg M. Pönnighaus: »Schattensaiten«
(Kleine Geschichten von Leben und Tod im Land der Vögte)

 

Dr. med. Jörg M. Pönnighaus konfrontiert in seinem jüngsten Werk (Verlag concepcion Seidel, Hammerbrücke 2019) die Leser mit Lebenserinnerungen,die ihm während der Ausübung seines (haut-)chirurgischen Berufes anvertraut wurden.
Der literarisch tätige Arzt kommuniziert mit Patienten, lenkt sie vom Behandlungs- und Operationsprozedere ab, indem er sie über ihren Lebensweg befragt. Notizen über die Äußerungen von mehr als 40 gesprächswilligen, meist betagten, mehr oder minder lebensgefährlich erkrankten Patienten sind Ansatzpunkt für die Publikation. Die Gesprächspartner des Arztes gaben Auskunft über vom Zweiten Weltkrieg beeinflusstes Erwachsenwerden, über Berufliches, über glückliche, zerrüttete oder vom Tod geschiedene Ehen, über Glaubenszugehörigkeit und Gottgläubigkeit.
Trotz traumatischer Erlebnisse, schwieriger Lebensbedingungen und harter Schicksalsschläge zeugen Rückblicke vielfach von Zufriedenheit mit des Lebens Lauf: »Ich habe halt Glück gehabt im Leben. Irgendwie hat mich der Wind wie ein Blatt immer in die richtige Richtung geweht.«(S. 95)
Die Patientenäußerungen werden vom Arzt hingenommen, manchmal auch mit zurückhaltend wertenden Anmerkungen für den Leser versehen. Patientenfragen beantwortet der Mediziner kurz, teilweise ausweichend, mitunter gegenfragend, um von Unangenehmem abzulenken. Vertiefende Fragen stellt er, wenn ihn eine Angelegenheit bewegt oder wenn Denk- und Verhaltensweisen Verwunderung oder Erstaunen auslösen bzw. unglaubhaft sind. Beurteilungen unterlässt der Autor, auch Verhaltensanleitungen vermeidet er.
Vor allem die Verweise auf Kriegstote und auf vernichtetes Hab und Gut - viele Vogtländer, wie im Buch nachzulesen, hatten unter Kriegsverlusten zu leiden - sollten 75 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges zu denken geben. Wir haben uns inzwischen an ein Leben in Frieden gewöhnt, übergehen leichtfertig Anzeichen gefahrtragender Entwicklungen. Nachsinnend warnt ein einst Betroffener: »Aber auch, wenn man nie verwundet wurde, wie ich, war man doch nicht mehr derselbe nach sieben Jahren Krieg, nach drei Jahren in Russland; die Jahre haben jeden geprägt.« (S. 216)
Der Autor verbreitet Informationen.
Sie zu verwerten, das obliegt den Lesern.
(von Dr. Frieder Spitzner)


Volker Müller:
»Quartett für die Ewigkeit«
(November 2019)
 

Volker Müller (Vogtländischer Literaturpreis 2018) nennt sein neuestes Buch mit Essays, Aufsätzen und Betrachtungen »Quartett für die Ewigkeit« (Engelsdorfer Verlag Leipzig). Er erinnert an viele bekannte Persönlichkeiten (überwiegend aus dem kulturellen Bereich) mit Faktischem, aber auch mit Hintergründigem und mit Anmerkungen, die man in Lexika oder Lehrbüchern vergeblich sucht, wie gelegentliche Kontakte der Protagonisten zur Vogtlandregion. Der Autor äußert sich mit dem ihm eigenen Takt, sprachlich ausgewogen, gern augenzwinkernd, wenn vorteilhaft auch wortreich-sachlich, über Vorfälle und Verhaltensweisen. Und er bindet Persönliches ein, wie seinen Werdegang unter Bedingungen der DDR, der Wende, der Verhältnisse in den 90er Jahren, wobei Resümees zwiespältig ausfallen. Die letzten Kapitel zeugen von Müllers Leidenschaft für Naturbeobachtungen und von seinem außergewöhnlichen Wissen über die heimische Vogelwelt. Von den Auserwählten, denen der Autor auf 260 Seiten besondere Aufmerksamkeit schenkt, seien ungeordnet genannt: Richard von Weizsäcker, Johann Sebastian Bach, Jürgen Fuchs, Christa Wolf, Aleksander Puschkin, Theodor Fontane, Guiseppe Verdi, Robert Schumann, Kurt Tucholsky, Johann Wolfgang von Goethe, Carl Maria von Weber, Leo Tolstoi, Anton Tschechow, Wolfgang Amadeus Mozart, Friederike Caroline Neuber, Christoph Wolfgang Hilf, Heinrich Dathe, Ulf Merbold, Manfred (Ibrahim) Böhme, Günter Ullmann, Wolfgang Mattheuer, Otto Paetz, Hansgeorg Stengel, Hans Joachim Schädlich, Sigmund Jähn, Julius Mosen, Winfried Eichler (ehem. Landrat, Auerbach), Reiner Kunze. Mit Reflexionen aus Fontanes Gedankengut werden die Hauptkapitel eingeleitet - zu Bedenkendes, Fragwürdiges wie »Und sollt` ich noch einmal die Tage beginnen, / Ich würde denselben Faden spinnen.«
(von Dr. Frieder Spitzner)


»Königs Erläuterungen Spezial« -
Für die Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura
(November 2019)
 

Eine neue Veröffentlichung des Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. sc. Rüdiger Bernhardt (Bergen/Vogtland), erschienen in der Reihe »Königs Erläuterungen«, Bange Verlag, Hollfeld, 2019, trägt den Titel: »Reisen - Unterwegs sein. Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart.«
Gedichte, die das Reisen der jeweiligen Zeit thematisieren, werden vorgestellt und interpretiert. Auch Dichter mit Vogtlandbezug wurden in den für den Schulgebrauch in ganz Deutschland konzipierten Band aufgenommen:
Julius Mosen, 1803-1867, »Die letzten Zehn vom vierten Regiment« (S. 105 f.);
Dr. med. Jörg M. Pönnighaus, geb. 1947, »Malawianisches Tagebuch XVIII« und »Brief an Frau A.« (S. 209 f.).
(von Dr. Frieder Spitzner)


15.11.2019 - Bundesweiter Vorlesetag

Vorlesetag
 

Seit 2004 weisen Kalender den 3. Freitag im November als Vorlesetag aus - eine Anregung zum Vorlesen, das wichtig und schön ist. Auch der kleine Julius war begeistert von Märchen, die ihm erzählt oder vorgelesen wurden, was zur Folge hatte, dass der erwachsene Mosen selbst märchenhafte Geschichten schrieb, wie »Der Knabe mit den Glückshaaren«, ein Junge, der überraschend und reich beschenkt worden war, aber wegen einer Lüge alles wieder verlor. Dieses Märchen aus »Die geheimnisvolle Onda« (Vereinsausgabe, Marieney 2010) eignet sich wie eine Reihe regionaler Veröffentlichungen im Fundus der »Vogtländischen Büchersammlung Julius Mosen« (VBJM) für Lesestunden im Vorschul- und Grundschulalter.
(von Dr. Frieder Spitzner)


Autor Mario Morgner verstorben
(Sept. 2019)
 

Mit Bedauern haben wir die Nachricht aufgenommen, dass der Journalist und Autor Mario Morgner aus Rodewisch eine Krebserkrankung nicht besiegen konnte. Mit folgenden Werken bereicherte er unsere Vogtländische Büchersammlung Julius Mosen: »Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit«, »Verlorenes Weltwunder - Das Bernsteinzimmer«, »Geheimsache Bernsteinzimmer«, »Grenzdurchgangslager Radiumbad Brambach 1946«. Dank und Anerkennung gebühren ihm für seine kulturhistorischen Recherchen und Publikationen.
(von Dr. Frieder Spitzner)


Neuerscheinung zu Ehren Julius Mosens (Sept. 2019)
 

Das Vogtlandmuseum Plauen widmete Heft Nr. 62 seiner Museumsreihe unserem Namenspatron Julius Mosen. Dem Verfasser Wolfgang Schrader gratuliere ich herzlich zu der Publikation, der ich viele interessierte Leser wünsche. Angemerkt sei: In diesem Jahrzehnt veröffentlichten im Vogtland ein Verein ein Mosen-Märchenbuch, ein Schauspieler eine literarisch-musikalische Mosen-CD, ein Literaturwissenschaftler eine Mosen-Biografie und jetzt ein Historiker eine Betrachtung über Mosen-Lyrik. Das erfreut mich sehr. Was mir missfällt, umschreibe ich so: Kompetente Köche haben je ein feines Süppchen kreiert. Aber ein gemeinsames Mahl an einem Tisch gönnen sie sich nicht. Und noch nicht vorhanden ist ein Rezept, das Meisterköche dafür begeistert, Geisteshungrige gemeinsam zu verköstigen.
(von Dr. Frieder Spitzner)


Trauer um Dr. Sigmund Jähn
(geboren am 13.02.1937 in Morgenröthe-Rautenkranz
verstorben am 21. September 2019 in Strausberg)
 

Der Mensch fühlt sich wohl auf der Erde, schätzt sich vielleicht sogar glücklich, auf diesem Himmelskörper leben zu dürfen. Dennoch treiben ihn Sehnsucht, Neugierde und nicht völlig unbegründete Zukunftsängste in überirdische Sphären.
Das war im Jahr 2010 eine der Aussagen unseres Gastes Sigmund Jähn bei »Vogtland-Autoren im Gespräch« in der Kapelle Neuensalz.
2018 widmeten wir eine Veranstaltung in der »Schulsternwarte und Planetarium Sigmund Jähn« in Rodewisch dem 40. Jahrestag des Fluges des ersten Deutschen ins All. Mit faszinierenden Bildern der modernen Planetariumstechnik sowie Texten aus der Biografie »Sigmund Jähn - Rückblick ins All« und aus Julius Mosens Versepos »Ritter Wahn« wurde die Wirklichkeit mit dichterischer Fantasie verglichen. Und das Erstaunliche: Des Dichters Beschreibung des Fluges vom Himmel zur Erde hoch zu Ross und die Schilderung der Rückkehr zur Erde in einer Raumkapsel über 150 Jahre später weisen verblüffende Ähnlichkeiten auf. Vor allem der Anblick der Sternenwelt und das Antlitz der sich nähernden Erde ähneln sich in der Wiedergabe von Eindrücken und Emotionen.
Die Publikation von Horst Hoffmann: »Sigmund Jähn - Rückblick ins All« (Die Biografie des ersten deutschen Kosmonauten Sigmund Jähn, erschienen im Verlag Das Neue Leben Berlin 2009, belegte bei unserer Vereinsaktion »Vogtlands Lieblingsbuch 2009« den 2. Platz.
Sigmund Jähn, der Sympathieträger aus dem Vogtland, hat seine Mission erfüllt. Seinen Appell sollten wir nicht vergessen: »Bereits vor meinem Flug wusste ich, dass unser Planet klein und verwundbar ist. Doch erst als ich ihn in seiner unsagbaren Schönheit und Zartheit aus dem Weltraum sah, wurde mir klar, dass der Menschheit wichtigste Aufgabe ist, ihn für zukünftige Generationen zu hüten und zu bewahren.« (Biografie, 2009, S. 136) geschrieben am 23.9.2019 von Dr. Frieder Spitzner, Vorsitzender der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen e.V.


28. Mai 2019 - Treffen der Vorlesepaten in Marieney
 

Über 50 vogtländische Kitas und Grundschulen haben Interesse am Projekt der Vorlesepaten bekundet, das gab Yvonne Magwas (MdB) während der 3. Zusammenkunft der Vorlesefreunde bekannt. Weitere ehrenamtliche Vorleser zu gewinnen und zu vernetzen ist das Ziel des Projektes. Bei dem Treffen am 28.5.2019 am Sitz der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen konnten bereits personelle Zuordnungen vereinbart werden. Mit einer Ausstellung aus dem Fundus der »Vogtländischen Büchersammlung Julius Mosen« wurde auf regionalbezogene (Vor-)Lesestoffe für verschiedene Altersgruppen aufmerksam gemacht.


Schluss mit dem Gender-Unfug!

 

Unter diesem Titel ruft der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) zum Widerstand gegen die sogenannte »gendergerechte Sprache« auf.
Begründung: Sie leistet keinen Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft, kann nicht konsequent durchgehalten werden, bringt lächerliche Sprachgebilde hervor. Viele bekannte Persönlichkeiten unterstützen den Aufruf.
Siehe: www.vds-ev.de


9. Februar - Vorlesewettbewerb
 

Die besten Vorleser von 12 Schulen im Vogtland nahmen am 9.2.2019 am Kreisausscheid in der Göltzschtalgalerie Auerbach teil.
Clara Härtel (Goethe-Gymnasium Reichenbach) belegte den 1. Platz, der zur Teilnahme am Bezirksausscheid berechtigt. An diesem Vorlesewettbewerb der 6. Klassen, der unter der Regie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels seit 1959 durchgeführt wird, beteiligen sich deutschlandweit jährlich etwa 600 000 Schüler.

Reichenbach/V. gehört zu den 25 Städten, die durch die »Straße der deutschen Sprache« miteinander verbunden sind.

 

Gegründet wurde die Straße zur Pflege von Sprache und Tourismus 2011 von der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft in Köthen. Sie verläuft von der Lutherstadt Wittenberg im Norden durch Sachsen und Thüringen bis ins fränkische Erlangen und Nürnberg.

Literaturpreis für Hans-Joachim Schädlich  

Hans Joachim Schädlich (Jahrgang 1936), in der Neuberinstadt Reichenbach/V. geboren und aufgewachsen, Schriftsteller, mit bedeutenden deutschen Literaturpreisen geehrt, erhält den diesjährigen Erich-Loest-Preis. Der mit 10.000 € dotierte Literaturpreis für den 2018 erschienenen Roman "Felix und Felka" wird am 24.2.2019 in Leipzig übergeben.

Oldenburger Jahrbuch 2018

Jahrbuch
 

Die Titelseite des 2018er Jahrbuches ziert ein Foto vom Mosendenkmal im Zentrum Oldenburgs. Die Publikation enthält einen Beitrag, in dem der Autor, Prof. Dr. sc. Rüdiger Bernhardt, die Bemühungen Mosens um das Oldenburger Hoftheater hervorhebt.





      Beachtenswerte literarische Termine im Jahr 2019


Datum
Was ? Link
21. Februar

Internationaler Tag der Muttersprache

Tag der MuSpr

(Bild aus: https://www.kuriose-feiertage.de/internationaler-tag-der-muttersprache/)

21. März

Welttag der Poesie

Tag der Poesie

(Link zu https://www.ekz.de/unternehmen/aktuelles/termine/detailansicht/welttag-der-poesie/)

21.-24. März

Buchmesse Leipzig

Buchmesse Leipzig

(Bild/Link: https://www.leipziger-buchmesse.de/)

2. April

Internationaler Kinderbuchtag

Kinderbuchtag

(Link zu wikipedia;
Bild: http://www.kleiner-kalender.de/event/kinderbuchtag/95109.html)


23. April

Welttag des Buches

Welttag Buch

(Link: in https://www.welttag-des-buches.de/)


10. Mai

Tag des (freien) Buches

Welttag freiesBuch

(Link: in http://www.kleiner-kalender.de/event/tag-des-freien-buches/90581.html)


8. Juli

Geburtstag von Julius Mosen

JMosen

(Link: in https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Mosen)


14. September

Tag der deutschen Sprache

Welttag dtsSprache

(Link: in https://vds-ev.de/service-view/tag-der-deutschen-sprache/)


10. Oktober

Todestag von Julius Mosen


16.-20. Oktober

Buchmesse Frankfurt

Messe Frankfurt

(Link in: https://www.buchmesse.de/)


24. Oktober

Tag der Bibliotheken

Tag der Bibliotheken

(Link in: https://www.bibliotheksverband.de/)


15. November

Vorlesetag

Vorlesetag

(Link in: https://www.vorlesetag.de/)


8. Dezember

Tag der Bildung

Tag der Bildung

(Link in: https://www.tag-der-bildung.de/)